Kreispflegeplan

Kreistag verabschiedet Kreispflegeplan

Der Kreistag hat am Montag den Kreispflegeplan verabschiedet. Zwischen 2013 und 2019 stieg der Anteil aller Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung im Rems-Murr-Kreis von 2,8 % auf 4,3 %. Die Zahl der Pflegebedürftigen nahm in diesem Zeitraum von knapp 11.500 auf über 18.300 Personen zu. Dabei erhöhte sich seit 2011 insbesondere die Zahl der in der eigenen Häuslichkeit durch Angehörige betreuten Pflegebedürftigen. Mit 4.595 Pflegebedürftigen/100.000 Einwohner entspricht die Pflegebedürftigkeit der Bevölkerung im Rems-Murr-Kreis in etwa dem Landesdurchschnitt (4.300). Das zentrale Ergebnis der Kreispflegeplanung ist die Agenda „3 D“ – Demografie – Digitalisierung – Demenz. Sie beschreibt den Marschplan des Landkreises für die kommenden Jahre.

Schon vor der Corona-Pandemie zeigte sich die dramatische Entwicklung der Altenpflege in Baden-Württemberg und auch in unserem Landkreis. Unser Landtagsabgeordneter Jochen Haußmann hat dazu vergangenen Mittwoch ein 10-Punkte-Positionspapier vorgestellt. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt enorm an, das Personal fehlt, der Mix verschiedener fachlicher Qualifikationen ändert sich, die Kosten steigen – das ist die heutige Situation in der Altenpflege im Land. Die Altenpflege braucht mehr Entbürokratisierung und Flexibilität bei der Umsetzung ihres Pflegeauftrags.

Wir fordern, die Fachkraftquote zu flexibilisieren, rein quantitative Besetzungsvorgaben auszusetzen und Einrichtungen Übergangsregeln der Personalbemessung zum neuen System zuzugestehen. Die geltende Landesheimbauverordnung und das Wohn-, Teil- und Pflegegesetz ist ein Korsett, das der notwendigen Flexibilität und Innovation keinen Raum lässt und schnellstens an neue Wohnformen angepasst werden muss.

Das Positionspapier finden Sie hier zum Download.